Go north - Abenteuer Kanada

 
31August
2017

Rocky Mountains

Hallo ihr lieben Mitlesenden!

Als erstes möchten wir uns bei euch für unsere Schreibfaulheit entschuldigen. Seit nun bald 4 Wochen ist auch bei uns endlich der Sommer eingekehrt. Und vor lauter Sonne genießen konnten wir uns nicht dazu aufraffen, Mal wieder was zu schreiben. Aber hier sind wir nun und haben einiges zu erzählen. Da wir in letzter Zeit unheimlich viel erlebt haben, müssen wir hier einiges zusammenfassen und uns etwas kurz halten.

Erst mal: uns geht es immer noch fantastisch und wir sind uns auch nach 5 Monaten in unserem 3 qm-van noch nicht an die Gurgel gesprungen und haben uns immer noch lieb. Aber nun zu den wirklich großartigen Dingen (vor allem groß!), nämlich den Rocky Mountains. Bei unserem letzten Eintrag waren wir kurz vor dem Jasper Nationalpark, welcher mitten in den Rockies liegt. Dieser sollte nur der erste von vielen Parks in den Bergen sein. In einer Touristeninfo am Mount Robson (einer der höchsten in den Rockies) kurz vor dem Parkeingang haben wir zum ersten Mal die offenbar völlig aus dem Ruder gelaufene Touri Saison zu spüren bekommen. Und so sollte es erstmal weiter gehen. Überfüllte Campingplätze, Städte und Wanderwege. Aber, wie meistens, wussten wir uns auch hier zu helfen und haben uns mal eben zu Frühaufstehern verwandelt. Morgens um 6 waren wir auf den Beinen, um schnell zu  frühstücken und dann vor allen anderen die Gegend zu erkunden. 2 Tage haben wir in der Nähe von Jasper Town verbracht und einige schöne Wanderungen gemacht. Besonders hervorzuheben ist hier unser Ausflug zum Maligne Lake. Auf dem Parkplatz begrüßte uns ein Hirsch und die ersten Reisebusse voller Asiaten (um 7!!). Der Hirsch interessierte sich nicht im geringsten für die Menschen und trottete gelassen durch die parkenden Autos.  Schnell begaben wir uns weg von den Massen zum Wanderweg Bald Hills. Wenn wir hier nicht vom steilen Aufstieg schon völlig aus der Puste gewesen wären, hätte uns spätestens die Aussicht von oben den Atem geraubt.  Wir wurden mit einem traumhaften Blick auf den eisblauen See und die umliegenden Berge belohnt. Auf dem Rückweg begegneten uns dann auch so langsam die Tourimassen. Und noch mehr davon beim Parkplatz. Sämtliche Park- und Halteverbote wurden ignoriert und die Leute geierten nach frei werdenden Parkplätzen. Nix wie weg.

In den nächsten Tagen haben wir uns auf den Icefield-Parkway begeben, welcher nicht umsonst zu den schönsten Straßen der Welt gehört. Die knapp 260km führten uns durch traumhafte Täler und Berge, vorbei an Gletschern und Wasserfällen. Hierfür haben wir uns einige Tage Zeit genommen.

Hier haben wir auch eine unserer schönsten Wanderungen in ganz Kanada unternommen. Die Besteigung des Wilcox Pass. Der Weg führte uns durch alpine Bergwiesen und alten Wald. Uns boten sich unglaubliche Blicke auf die umliegenden Gletscher. Außerdem konnten wir eine Herde Dickhornschafe beobachten. Die meiste Zeit der Wanderung hatten wir direkten Blick auf den Athabasca Gletscher. Einfach nur wunderschön! Und auf dem Rückweg (darf ja nicht fehlen) eine ganze Menge Asiaten.

Ein nächster Abstecher führte uns in den Yoho Nationalpark. Die Zeit verbrachten wir auf einem Campingplatz an einer riesigen Steinwand. Auch hier haben wir einige schöne Touren gemacht. Hauptsächlich zu einigen sehr schönen Wasserfällen. Darunter der dritt höchste in Kanada, mit über 200 Metern Höhe.

Für unser gegenseitiges Geburtstagsgeschenk haben wir uns ins Wolfscentre in die Stadt Golden begeben. Dort haben wir eine Fototour mit drei Wölfen in den Wald unternommen. Hier kamen wir den Wölfen unheimlich nah und konnten sie sogar berühren. Das war wirklich sehr beeindruckend!

 

Von hier aus sind wir weiter in den Banff Nationalpark gefahren. Hier besuchten wir zu früher Stunde den Lake Louise und den Morraine Lake. Die frühe Stunde hat uns hier leider keine Touristen erspart. Vor allem am Morraine Lake war der Parkplatz schon um 8 Uhr hoffnungslos überfüllt und Menschenmassen schoben sich hintereinander die Wege entlang. Es herrschte Krieg um Park- und Aussichtsplätze. Vollkommener Zusammenbruch der Infrastruktur und sozialer Regeln. Wir ergriffen schnell sie Flucht, wurden aber vorher noch mit einem Blick auf den unglaublich (wirklich unglaublich!) blauen See belohnt.

Im Banff Nationalpark sind wir wieder ein bisschen gewandert, unter anderem zu den sogenannten Ink Pots. Ink Pots bedeutet Tintenfässer, was eine gute Beschreibung für die verschieden farbigen Wasserlöcher am Ende des Trails ist. Hier sprudelt das Wasser mit eiskalten 4 °C aus dem Boden. Außerdem haben wir uns noch Banff Town angeschaut, ein schönes kleines Städtchen, wo wir uns auch Mal wieder einen leckeren Burger und nein kaltes Bier gegönnt haben.

Weiter ging die Reise in Richtung Waterton Lakes Nationalpark. Der Weg dorthin führte uns durch das schöne Kananaskis Country. Hier begegneten uns einige Dickhornschafe und Hirsche auf der Straße. In den zwei bis drei Stunden Fahrt waren es mehr Tiere als in Banff und Jasper zusammen.

Die restliche Fahrt nach Waterton führte uns bei hohen Temperaturen durch trockenes und langweiliges Farmland. Im Waterton Nationalpark verbrachten wir einige Tage auf einem etwas abgelegenen, aber schönen und günstigem Campingplatz. Hier haben wir einige kleinere Ausflüge gemacht, zum Red Rock Canyon (ein Canyon aus rotem Stein), Wasserfällen und Seen. Im Vergleich zu Banff und Jasper waren hier wunderbar wenig Leute unterwegs. An einem der Seen wurde Tayos Socke ins Wasser geweht. Er musste sich bis auf die Unterhose ausziehen und ins kalte Nass springen.

Unter wunderschönem Sternenhimmel mit Sternschnuppen haben wir auf unserem Campingplatz in Kaddis Geburtstag reingefeiert. Den Geburtstag haben wir dann im wirklich schönen kleinen Waterton Village verbracht. Im Liquor Store, wo wir unsere erste Flasche Sekt in Kanada kauften, bekamen wir eine unverhoffte Bierprobe, wonach wir dann ein bisschen angeheitert waren. Außerdem genossen wir den Tag mit einem Eis und leckeren Burgern zu Mittag. Zurück auf dem Campingplatz erfrischten wir uns im kalten Fluss und stießen mit unserem Sekt an. Am nächsten Abend lagen wir mit offenem Kofferraum im Auto, und hörten ein rascheln im Gebüsch. Wir dachten erst, was die Eichhörnchen wieder für einen Lärm machen, allerdings grummelte es dann doch sehr laut und sehr tief. Als Tayo dann nich 2 Augen leuchten sah, haben wir uns dann doch recht schnell dazu entschlossen, dan Kofferraum zuzumachen. Offensichtlich hatten wir an diesem Abend Bärenbesuch auf dem Campingplatz!

 

Von Leuten auf dem Campingplatz haben wir vom Going-to-the-sun-Highway in Montana,direkt hinter der Grenze, gehört. Also haben wir uns in der nächsten Woche in den angrenzenden Glacier- Nationalpark in den USA begeben. Dieser bildet zusammen mit dem Waterton Nationalpark einen international Peace Park zwischen den beiden Ländern kanada und USA.

Der Highway führte uns über eine schmale Straße mit vielen Serpentinen. Es wurden uns schöne Ausblicke auf Berge, Täler und Wasserfälle geboten. Durch puren Zufall erfuhren wir von der totalen Sonnenfinsternis, die an diesem Tag in den USA (wir glauben, sie war nicht in Kanada zu sehen) zu beobachten war. Uns wurden viele Brillen und Ferngläser angeboten, durch die wir das Spektakel bewundern konnten. Wir verbrachten eine Nacht in Montana und fuhren am nächsten Tag zurück nach Kanada. Als wir die Grenze passiert hatten, landeten wir aufgrund der Hitze im Auto, bald auf einem schönen Campingplatz an einem kleinen See. Dieser war im Vergleich zu allen anderen Seen geradezu warm, weshalb wir uns mehrmals abgekühlt haben. Hier konnten wir sogar Schildkröten beobachten. Von hier aus ging es weiter durchs Creston Valley. Hier konnten wir zum ersten Mal die Obst- und Weinplantagen, die es hier aufgrund des warmen Klimas gibt, sehen. Die Strecke führte entlang des Ufers eines riesigen Sees und wir haben uns ein bisschen gefühlt, als wären wir am Mittelmeer.

Am nächsten Tag ging es mit der Fähre über den See weiter nach Nelson. Hier wollten wir uns mitbringst alten Bekannten vom Beginn unserer Reise treffen. Nelson ist eine schöne kleine Stadt mit besonderem Flair. Hier sind viele Hippies und andere Unikate anzutreffen. Wir verbrachten einige Tage in der der Stadt und besuchten ein Straßenfest und heiße Quellen. Auf dem Rückweg von den Quellen hielten wir an einem Fluss an, durch den die Lachse gerade zu ihren Leichplätzen ziehen. Unsere Bekannte hatte uns an diesem Morgen die Möglichkeit auf Bären versprochen, und dieses Versprechen gehalten. Wir konnten eine Bärin mit 2 Jungen beim Lachse fischen beobachten. Was für ein Spektakel! Am Tag unserer Abreise hielten wir hier nochmal an und konnten die 3 tatsächlich noch einmal beobachten. Und diesmal war auch die Kamera dabei! Wir konnten es kaum glauben!

Und das war gestern. Heute sitzen wir auf einem unheimlich schönen und ruhigen Campingplatz direkt am See und erzählen euch von unseren Erlebnissen. Wir sind hier in der Nähe des Mount Revelstoke Nationalpark, welchen wir in den nächsten Tagen erkunden wollen.

Und somit wäre das auch erstmal von uns! Bis bald

 

Nachtrag: heute wollten wir den Nationalpark erkunden. Wir haben den Tag jedoch liebe mit Reifenwechsel verbracht.

 

 ihrLLieben, wir würden so gern noch mehr Bilder hochladen, aber wir sitzen auf dem Supermarkt Parkplatz, der Akku ist gleich leer und die Sache mit dem Bilder hochladen klappt nur mittelmäßig gut. Verzeiht uns das! Ihr hört von uns und bald sehen wir uns ja sogar schon wieder! Lasst es euch gut gehen!

 

 

01August
2017

Haida Gwaii, Nisga'a und Babine Mountains

So, hier sind wir mal wieder! Diesmal mit einem etwas kürzeren Eintrag. Da wir auf Haida Gwaii ja bei unserem letzten Besuch schon ziemlich viel gesehen hatten, haben wir unseren Besuch ein bisschen zum entspannen genutzt und das Farmleben genossen. Außer uns waren noch ein paar andere wwoofer dort. Lustigerweise war einer von ihnen bei Shera und Chidakash, unserer ersten Gastfamilie. Kanada ist eben doch gar nicht sooo groß! In unserer Zeit dort haben wir uns außerdem  ein bisschen in das neue Kätzchen verliebt.  Nach 2 Wochen haben wir dann die Nachtfähre zurück aufs Festland genommen. 

  Der Tisch auf dem Markt war mit den ganzen Beeren schon viel voller als letztes Mal! Unsere Behausung

Hier führte uns ein kleiner Abstecher zum Nisga'a Highway. Dieser schlängelte sich durch beeindruckende Lavafelder, was dem ganzen den Eindruck einer Mondlandschaft verlieh. Außerdem führte er uns zu einer heißen Quelle. Es stank zwar ein bisschen nach Schwefel, aber wir genossen trotzdem ein heißes Bad. Und wir haben gar nicht so schlimm gestunken danach!

 

Nun führte uns unser Weg Richtung Osten ins Landesinnere, und zwar erst mal nach Smithers und dort in die Babine Mountains. Hier unternahmen wir eine 8,5 km lange Wanderung zu einer Blockhütte. Der Weg war geschottert und  etwas langweilig. Dafür wurden wir jedoch entschädigt, als sich vor uns eine Bergwiese, von einem Bach durchzogen, mit der traumhaften Hütte auftat. Andere Wanderer hatten schon ein Feuer im Kamin gemacht und es war schön warm drinnen. Wir hatten unsere Schlafsäcke dabei und bezogen eines der Zimmer. Da es leider keine Matratzen gab, würde die Nacht auf den holzbetten etwas hart. Aber alles halb so schlimm. Wir verbrachten den Abend mit 2 netten deutschen. Mit ihnen gingen wir am nächsten Morgen noch ein Stück weiter den Berg hoch. Die Jungs bis zum Gipfel, die Mädels nicht ganz. Danach traten wir den Rückweg zum Auto an. 

 

Jetzt sind wir unterwegs nach Jasper, in den erstem großen Nationalpark in die Rockies. Da sind wir sehr gespannt. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen Spaziergang durch einen uralten Wald gemacht. Der Baum auf dem Bild unten ist mehr als 1000 (!!!) Jahre alt! Von dort durften wir auch schon mal einen ersten Blick auf die Rockies erhaschen. Morgen sind wir dann wahrscheinlich mittendrin. 

 

Ihr hört von uns! Bis bald! 

18Juli
2017

Top-of-the-world-Highway und mehr

So, der Top-of-the-world-Highway ist jetzt zwar schon wieder eine ganze Weile her, aber doch auf jeden Fall eine Erzählung wert. Die Straße verlief dann doch etwas anders, als wir sie erwartet hatten. Nachdem wir einige Straßenkarten sorgfältig studiert hatten, gingen wir davon aus, dass nur ca. 40 der insgesamt 160 km der Straße Schotter sind, nämlich ein Stück hinter der alaskanischen Grenze, und der Rest asphaltiert. Das sollte doch gut machbar sein,haben wir uns gedacht, und los ging’s. In Wahrheit fing das Geschotter schon bald an und uns erwarteten anstatt 40 ca. 120 km Schotter. Aber mit Schotter kennen wir uns ja mittlerweile aus, also haben wir uns nicht abschrecken lassen und sind mutig immer weiter gefahren. Die Fahrt war anstrengend und wir kamen Recht langsam voran, aber es war einfach traumhaft. Wir fuhren auf einer Bergkette entlang durch die Tundra und fühlten uns tatsächlich, als wären wir on Top of the world. Wir fuhren an tiefen Schluchten entlang, teilweise näher, als es uns lieb war. Von deutscher Straßensicherheit und Leitplanken halten die Kanadier offensichtlich nicht besonders viel. Die meiste Zeit hatten wir aber zum Glück den Berg, und nicht die Schlucht auf unserer Straßenseite und waren froh, dass wir die Strecke nicht zurück fahren mussten. Leider können wir euch nur wenige Bilder zeigen,da es kaum Möglichkeiten zum Anhalten und fotografieren gab.Der Grenzübergang in die USA stellte sich als erstaunlich einfach heraus. Wir gaben bei netten Beamten unsere Fingerabdrücke ab, ließen uns fotografieren, zahlten jeweils 6 Dollar für unser Visum und weiter ging’s. Trotz der atemberaubenden Landschaft waren wir froh, als wir den kleinen alaskanischen Ort Chicken (ja, der Ort heißt wirklich so!) erreichten, der das Ende des Highways markiert. Hier machten wir eine kurze Verschnaufpause, bevor es auf asphaltierter Straße noch einige Kilometer weiterging, bis zum nächsten Campingplatz. Asphaltiert heißt hier zwar nicht unbedingt besser als Schotter, aber es war doch ganz akzeptabel.

Wir verbrachten also 2 Nächte in Alaska. Auf unserem 2. Campingplatz trafen wir Klaus aus dem Ruhrpott. Klaus war hier der Campinghost. Er wohnt auf dem Campingplatz, schaut nach dem Rechten und bringt den Leuten Feuerholz. Klaus war grandios. Die Nacht auf dem Platz sollte 10 Dollar kosten. Man steckt das Geld in einen Umschlag, schreibt Name und Nummernschild drauf und wirft es in einen Kasten. Da wir nur 20$ Scheine hatten, fragten wir, ob Klaus uns Geld wechseln könne. Das konnte er nicht. Mit einem Augenzwinkern sagte er, wir sollten doch einfach mal “nen Freien machen”, er wäre doch da. Nur den Leuten von der Regierung, die den Campingplatz betreiben, sollten wir nix davon sagen, falls sie vorbei kämen. Klaus kam dann auch noch hin und wieder mit seinem sehr alten Hund zum Plaudern vorbei und schenkte uns außerdem eine Kühlbox. Aber nicht nur Klaus, sondern der ganze Campingplatz war super. Von dem Plateau aus hatten wir Blick auch einen kleinen See, in dem wir eine ganze Weile einen Biber beobachten konnten. Da haben wir jetzt auch endlich mal das Nationaltier Kanadas gesehen. Zwar in Alaska, aber was solls.

In den nächsten Tagen sind wir dann viel gefahren. Bei Beaver Creek wieder über die Grenze nach Kanada und Richtung Kluane National Park. Auf dieser Fahrt haben wir dann auch unseren ersten Grizzly gesehen, wie er gelassen am Straßenrand Gras zupfte. In dieser Gegend gibt es so viele davon, dass auf einem der Campingplätze sogar das Zelten verboten ist und man nur im Auto oder Camper schlafen darf.

Am Rande des Kluane liegt der Kathleen Lake. Da mussten wir natürlich hin. Hat schließlich nicht jeder einen See als Namensvetter. Hier bestiegen wir dann auch den King’s Throne. Die Wanderung führte uns über Geröllfelder zu einem Plateau umrahmt von Bergen, dem dem sogenannten Thron. Von oben hatten wir einen atemberaubenden Blick auf den Kathleen Lake und die Landschaft. Der Abstieg stellte sich jedoch als fast noch anstrengender heraus, als der Aufstieg, da wir mehr durch das Geröll rutschten, als dass wir wirklich liefen. Aber wir kamen heil und zufrieden wieder unten an.

Kathleen und der Kathleen Lake

Wir fuhren dann noch ein Stück am Rande des Nationalparks entlang bis zu den Million Dollar Falls. Das ist ein beeindruckender Wasserfall mit Campingplatz. Da das duschen hier beim Campen wirklich manchmal zu kurz kommt, haben wir uns dann sogar im eiskalten Fluss gewaschen und uns danach richtig gut gefühlt.

Dann begaben wir uns wieder auf den Weg nach Whitehorse. Das hatten wir ja auf dem Hinweg quasi übersprungen und wollten es uns nun doch noch mal ganz in Ruhe anschauen. Zuerst besuchten wir das Yukon wildlife Preserve, eine Art riesigen Wildpark, mit einigen im Yukon heimischen Tieren. Hier haben wir festgestellt,dass uns die Elche wohl einfach nicht wohl gesonnen sind. Denn nicht einmal hier haben sie sich gezeigt. Im Yukon Territorium leben doppelt so viele Elche, wie Menschen (ca. 70.000). Da ist es schon ein Kunststück keine zu sehen. Naja, einen haben wir ja immerhin schon gesehen, wenn auch sehr weit weg.

Das Tier auf dem letzten Bild ist ein arktisches Erdhörnchen. Die gibt es im Yukon überall und die sind einfach irgendwie lustig, wie sie immer so durch die Gegend gucken. Besonders gern sitzen sie am Straßenrand und warten bis ein Auto kommt, um dann loszulaufen. Besonders schlau scheinen sie nicht zu sein.

In Whitehorse trafen wir dann Carly wieder, die wir in Dawson kennen gelernt hatten. Bei ihr konnten wir schlafen, duschen und Wäsche waschen. Wir genossen 2 Tage Campingpause und ihre unglaubliche Gastfreundschaft. Sie lud uns zum Burger essen in einen Pub ein, brachte uns am nächsten Tag zum Picknick an einen See und zeigte uns bis spät in den Abend die schönste Natur rund um Whitehorse.

Außerdem wollten wir in Whitehorse mal die Bremsen von unserem Ronni checken lassen. Die machten nach der letzten Schotterpiste irgendwie ganz eigenartige Geräusche. Wir hofften auf einen Stein oder so, der einfach zu entfernen wäre. Das war es leider nicht. Wir hatten quasi keine Bremsscheiben mehr, was irgendwie blöd war. Wir mussten also ein bisschen Geld in den alten Ron investieren, um wieder geräuschlos und vor allem sicher bremsen zu können. Aber das nahmen wir ganz gelassen.

So, jetzt haben wir euch bisher ja vor allem schöne Geschichten erzählt. Die nächste wird nicht schön,zumindest war sie es nicht für uns, aber wir wollen sie euch nicht vorenthalten. Wir verabschiedeten uns also von Carly und fühlten uns wieder gestärkt fürs Campen. Wir fuhren an diesem Tag gute 400 km bis zum letzten Campingplatz im Yukon. Hier verbrachten wir zunächst einen schönen Abend, bevor wir ins Bett gingen und die Katastrophe ihren Lauf nahm. Wir konnten uns noch erinnern, dass es hier auch auf dem Hinweg einige Wochen vorher schon viele Mücken gab. Mehr als woanders. Aber so hatten wir es noch nicht erlebt. Irgendwie hatten die Biester wohl einen Weg ins Auto gefunden und es wurden immer mehr. Wir töteten eine und es kamen drei neue. Überall an den Fenstern klebten nun Blut und tote Mücken. Und es summte überall. An schlafen war gar nicht zu denken, auch nicht mit Kopfhörern in den Ohren und Kissen über dem Kopf. Hier konnten wir nicht bleiben. Also fingen wir nachts um 2 an, unsere Rucksäcke von den Sitzen ins Bett zu packen und verließen fluchtartig und um uns schlagend den Campingplatz. Wir hatten die Hoffnung, dass es besser würde, wenn wir nur ein paar Kilometer weiterfahren würden. In die nächste Seitenstraße bogen wir ein, parkten am Rand und versuchten die Sache mit dem Schlafen nochmal. Aber nun hatten die Mücken ihren Weg ins Auto gefunden und sich dazu entschieden zu bleiben. Auch hier also an Schlaf nicht zu denken. Während Kaddi es trotzdem versuchte, hatte Tayo die Hoffnung auf Schlaf aufgegeben und lief um sich schlagend über den Highway. Wir waren völlig entnervt und am Ende. Morgens um 5 brachen wir auch hier wieder auf, fuhren wieder ein ganzes Stück bis zu einer Parkbucht an einem See. Hier wurde es langsam besser. Es waren zwar immer noch viele Mücken im Auto, aber es kamen nicht mehr so viele nach, wenn wir welche tot schlugen. Nach 2 Stunden Halbschlaf steuerten wir den nächsten Campingplatz an, wo wir dann von 12 Uhr mittags bis abends um 6 den Tag verschliefen. Wir waren mehr als erleichtert, als wir diese Situation hinter uns gelassen hatten.

Die nächsten Tage machten wir Strecke, verbrachten noch eine Nacht auf dem Platz mit der netten österreichischen Rangerin, den wir auf unserem Weg in den Norden schon besucht hatten, und steuerten Prince Rupert an. In diesen Tagen haben wir jede Menge Schwarzbären gesehen. Alleine an einem Tag waren es 9 Stück. Die beiden auf dem Bild unten waren super nah am Auto und haben sich von uns überhaupt nicht stören lassen. Was für ein Erlebnis! Außerdem begegnete uns dieser kleine Kerl, der mit einem Geschwisterchen die Straße überquerte. Wir sind nicht sicher, ob es ein Füchse oder Kojoten waren, vermuten aber Kojoten, da sie doch schon recht groß waren.

 

Von Prince Rupert ging es dann mit der Fähre zurück nach Haida Gwaii. In die Insel und die St. Mary’s Spring Farm haben wir uns einfach verliebt und wollten nochmal zurück. Ron haben wir auf dem Festland im Hafen gelassen, da es so einfach billiger war. Nach einer recht unspektakulären Überfahrt sind wir am Donnerstag wieder auf der kleinen Farm angekommen. Wir genießen jetzt erstmal wieder einen festen Wohnort, abwechslungsreiches und gutes Essen, Marylynns selbst gebackenes Brot, was tatsächlich wie Brot aussieht und auch so schmeckt (das kommt hier in Kanada nicht so häufig vor) und natürlich ihren Wein. Hier wohnen wir diesmal in einem luxuriösen großen Wohnwagen, der hier um Garten steht, mit großem Bett und Sitzecke. Hier ist jetzt Erntesaison und wir haben schon Erdbeeren und zuckersüße Erbsen geerntet. Die Erbsen hatten wir bei unserem letzten Besuch hier gepflanzt. Schön zu sehen, was daraus geworden ist. Und natürlich haben wir auch wieder ein Feld zum Unkraut jäten. Wie ijrnauf dem Bild sehen könnt, kommt da noch jede Menge Arbeit auf uns zu!

 

Das war jetzt aber erst mal wieder genug für heute. Fühlt euch umarmt und bis bald!


 

27Juni
2017

Yukon

 So, da sind wir mal wieder! Es geht uns immer noch hervorragend und wir haben natürlich auch wieder einiges zu erzählen. Es zog uns weiter Richtung Norden. Auf dem Weg ins Yukon territory haben wir noch einen 2 tägigen stopp auf einem schönen Campingplatz im nördlichen British Columbia eingelegt. Dort wurden wir von einer österreichischen Rangerin begrüßt. Und weil wir so nett waren, bekamen wir das 2.  Paket Feuerholz, das wir bei ihr kaufen wollten,  geschenkt. Dort konnten wir auch mal wieder die Sonne genießen. Aber kalt wars! 

Auch den nächsten Tag verbrachten wir noch in British Columbia. Wir haben an einem See gecampt, der unglaublich blau war ( Leider können wir euch davon keine Bilder zeigen, weil wir mit dem Handy keine geschossen haben) dort machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch einen wunderschönen Birkenwald zu einem riesigen Biber damm. Dessen Bewohner konnten wir leider nicht sehen. Aber die harte Arbeit der Biber war ganz klar zu sehen, auch am den Bäumen drum herum.

Dann erreichten wir endlich das Yukon Territorium. In Watsen Lake sind wir kurz durch den (wohl berühmten) Schilderwald gelaufen, bevor es weiterging. 

 Weiter gings nach Teslin, wo wir ein Museum besucht haben, und dann nach Carcross. Nachdem wir den kleinen Goldgräber Ort besichtigen und einen kleinen Eindruck vom Goldrausch bekommen hatten, fuhren wir zum Campingplatz. Diesmal wieder an einem riesigen See mit herrlicher Bergkulisse. Aber windig war es. Und zwar so, dass die Bäume schon ganz komische Formen, immer in die selbe Richtung, hatten. Aber hier hatten wir auch den ersten richtigen Sommereinbruch. So richtig mit T-Shirt. Wir konnten es kaum glauben. Den haben wir genutzt, um den Mountain Hero trail zu bezwingen. Der führte uns auf ca. 1700m Höhe, entlang einer alten Lorenbahn. Dort haben wir zum ersten Mal die baumgrenze überwunden und die schneegrenze erreicht. Die Anstrengung hat sich bewährt und wir hatten einen traumhaften Blick auf das Tal und den See. Danach waren wir im eiskalten See schwimmen und konnten uns in der Sonne wärmen. 

 Am nächsten Tag haben wir auf unserem Weg in den Norden noch einen zwischsnstop in der Wüste eingelegt. Die Carcross desert ist die kleinste Wüste der Welt (natürlich ist sie keine echte Wüste, sondern ein ausgetrockneter Gletschersee aus der Eiszeit.) Dort sind wir barfuß durch den Sand gelaufen. 

 Dann erreichten wir Whitehorse, und damit auch endlich den von uns ersehnten Yukon. Dort haben wir als erstes unsere Vorräte aufgestockt, und zwar im Superstore. Das ist, wie der Name schon sagt, ein sehr großer Supermarkt. Dieser Einkauf war anstrengender als der oben beschriebene Mountain Hero trail. Außerdem waren wir das Getümmel einer Großstadt (Naja... 20000 Einwohner... Aber das ist hier ne echte Großstadt!) nicht mehr gewöhnt. Auf unserer Campingplatz suche bekamen wir dann zum ersten Mal die Touristen Saison zu spüren. Der günstige und schöne Campingplatz war voll, die anderen hässlich und teuer.  Deshalb haben wir uns recht schnell dazu entschieden, die Stadt wieder zu verlassen und sie auf dem Rückweg anzuschauen. Aber vorher schauten wir uns noch schnell einen alten Dampfer und außerdem den 10 Miles Canyon an. Hier zeigte sich uns dann der Yukon, zwar leider im regen, aber doch von seiner schönsten Seite. 

Und weiter ging es Richtung Norden. Dort erreichten wir den Dempster Highway. Dieser ist für die  vielen geplatzten reifen bekannt, da er eine 600km lange Schotterpiste ist. Um zu unserem Ziel zu gelangen, dem Tombestone Territorial Park, mussten wir 72 km darauf fahren. Das konnten wir Ron und uns zumuten, haben wir beschlossen. Und so war es. Wir waren also am längsten Tag des Jahres am nördlichsten Punkt unserer Reise (ganz ohne das zu planen). Das bedeutet 24 Stunden Tageslicht, was schon tierisch verrückt ist. Dort konnten wir auch zum ersten Mal die Tundra bewundern. Besonders schön zeigte sie sich auf einer kurzen geführten Wanderung auf den Goldensides Mountain. Schon warm war es und wir sind abends um 10 durch die Sonne zurück gelaufen. Und weil es so schön warm war, waren wir vorher noch ein bisschen im Schnee spielen. Im T-Shirt. Auf einem grade neu entstehenden Gletscher. Was wir hier in Kanada mittlerweile gelernt haben, ist, dass sich das Wetter innerhalb von Minuten ändern kann. Und so wurde aus der schönen Sonne plötzlich ein Gewitter mit Starkregen und Hagel. Und mitten drin unser Ron. Aber zum ucken waren auch wir grade bei Ron und konnten uns verkriechen. 

 

 

 

 Zurück vom Dempster, sah Ron dann so aus. Ziemlich eingestaubt und dreckig. Aber er hat das ganz hervorragend gemeistert. Nur den auspuff mussten wir zwischendurch mal kurz wieder zusammenstecken. 

Nach drei Nächten in Tombestone fuhren wir dann nach Dawson City. Wie wir schnell feststellten, eine kleine Stadt voller Kuriositäten. Man fühlt sich, als wäre man in der Zeit zurück gereist. Alles sieht noch so aus, wie in der Zeit des Goldrauschs und es laufen die schrägsten Leute herum. Aber sehr schön. Einer dieser Kuriositäten ist der Sourtoe (übersetzt so viel wie sauer-Zeh). Es gibt hier eine Bar, in der es einen alten Zeh von einem Captain gibt (der Zeh ist sehr alt. Ihr könnt ihn auf dem Bild unten sehen.) Man kauft einen Schnaps, der mindestens 40% Alkohol enthält. Damit geht man "zum Captain". Dieser nimmt dem alten Zeh, führt ihn dir vor dem Gesicht hin und her, sagt einen Spruch, und wirft ihn in dein Glas. Beim austrinken des Glases muss der Zeh die Lippen berühren. Dann bekommt man eine Urkunde,  eine Mitgliedskarte und einen Händedruck vom Captain. Das wars. Da diese Idee einfach zu blöd ist, um wahr zu sein, mussten wir natürlich mitmachen. Und jeder, der in Dawson war, kennt den Sourtoe. An diesem Abend haben wir noch nette Leute kennen gelernt, mit denen wir noch ein bisschen durch die Bars gezogen sind. Morgens um 3 ging es dann mit der kleinen Fähre, wie ihr auf dem Bild sehen könnt in leichter Abenddämmerung, zurück zum Campingplatz. Den nächsten Tag haben wir bei Dauerregen mit viel lesen im auto verbracht.

Heute sind wir dann noch bei einer kleinen Stadtführung mitgegangen. Außerdem gab's Pizza und Eis. Heute morgen sind wir von unserem Campingplatz zu einem Hostel umgezogen. Dort kann man auf dem Gelände campen. Und uns war dann doch mal wieder nach einer Dusche. Wie das in Dawson so ist, ist es auch hier etwas kurios, aber sehr schön. Das ganze Gelände ist verwinkelt und mit kleinen Hütten übersät. Die "Duschen" sind kleine Badehäuser aus Holz. Darin steht ein großer Bottich mit Wasser, das vom Feuer geheizt wird. Dann gibt es große Eimer, mit denen man sich Wasser holt, und kleine, mit denen man sich wäscht. Aber es erfüllt seinen Zweck und war mindestens genau so gut wie eine echte Dusche. Und das wars auch schon aus Dawson. 

Morgen geht's weiter auf den Top-of-the-world-Highway, was, wie wir finden, recht viel versprechend klingt, und Richtung Alaska. Ihr hört von uns! Liebe Grüße aus dem Norden! 

11Juni
2017

Endlich wieder Festland

Hallo ihr lieben! Dafür, dass ihr wieder solange warten musstet, gibts heute gleich 2 Einträge. Also am besten erst. Als runter scrollen zum letzten ;)

Nach unseren ersten 2 Monaten auf den Inseln der Westküste haben wir es endlich zurück aufs Festland geschafft. Die Überfahrt war relativ unspektakulär, da wir die meiste Zeit vor uns hin gedöst haben. Angekommen sind wir dann wieder in Prince Rupert und haben uns dort auch direkt auf einen Campingplatz etwa 15 min Fahrzeit vor der Stadt einquartiert. Hier war unglaublich viel los und wir haben einen der letzten Plätze bekommen. Daran werden wir uns jetzt wohl gewöhnen müssen.

Nach einer erholsamen Nacht haben wir das schöne Wetter des nächsten Tages genutzt, um in Rupert ein paar Besorgungen zu machen und die Stadt zu erkunden. Ein kleines Fischerdörfchen dessen größtes Merkmal wohl die Fährverbindung nach Alaska ist. Da wir an diesem Tag jedoch noch ein paar Kilometer fahren wollten, sind wir dann auch bald wieder zu Ron zurück und auf den Highway. Unser Ziel war das 150km entfernte Terrace.

Der Highway hat uns an malerischen Bergen und Seen vorbei geführt und schlussendlich in die Holzwirtschaftsstadt Terrace. Hier wollten wir als erstes ins Visitor Center für Informationen über Campingplätze und Trails, dieses war allerdings schon zu... Einen Schlafplatz haben wir dann trotzdem gefunden. Dort gab es dann ein leckeres Abendessen mit frischem Gemüse und anschließend ein schönes Feuer. Begleitet wurden wir von Schneeähnlichen Pollenverbänden und einer Menge Squirrels die absolut keine Scheu vor uns hatten. Kurz vorm Schlafengehen hat uns dann noch ein Fuchs begrüßt, der etwa einen Meter entfernt seinen Kreis um das Auto gedreht hat und danach wieder im Wald verschwunden ist. Das war unglaublich!

Nach einem (diesmal erfolgreichen) Besuch im Visitor Center am nächsten Tag haben wir unsere nächstes Ziel festgelegt: Highway 37A. Kurz noch einen Trail auf einen Berg über Terrace gelaufen und dann ab auf die Straße. Der Regen begann etwa auf dem letzten Drittel des Trails und hörte für ganze zwei Tage nicht mehr auf. Aus diesem Grund haben wir uns auf einen Campingplatz am Anfang des oben genannten Highway verkrochen und sind nur bei wichtigen Dingen aus unserem Ronny geklettert. Wir wollten auf besseres Wetter warten. Allerdings war dieser Ort einfach so traumhaft, dass wir den Regen sogar genießen konnten. Wir lagen mit offenem Kofferraum und gespanntem Mückennetz im Auto und konnten einen See bewundern in dessen Mitte eine kleine Insel war. Gegen Abend haben wir dann einem Vogelkonzert gelauscht welches von Regentropfen begleitet wurde. Einfach nur gemütlich und etwas märchenhaft!

Gestern sind wir dann morgens aufgewacht und der Regen war weg. Wir sind dann endlich auf den Highway 37A gefahren, der zwischen riesigen Bergen hindurchführt, vorbei an Wasserfällen und kleinen Gletschern. Neben uns verlief ein reißender Fluss, welcher ab und zu in einem See mündete. Nach einem weiteren kleinen Berg (den Ron mit Bravour gemeistert hat) tauchte vor uns plötzlich ein eisblauer, riesiger Gletscher auf. Wir konnten nichts anderes machen als gleichzeitig "Wow" ausrufen. Der Bear Glacier hat uns mit seiner Pracht überwältigt! 

Nach weiteren 20 Minuten Fahrt kamen wir dann in Stewart an (von wo aus wir auch die beiden Einträge schreiben) welches direkt an der Grenze zu Alaska liegt. Das mussten wir natürlich ausnutzen und sind gleich mal rüber in die USA gefahren. Da hier nur eine Straße lang führt, welche auch wieder nach Kanada reingeht, war der Grenzübertritt kein Problem. Unser Ausflug war jedoch nur kurz, da diese Straße schnell zur Schotterpiste wurde, was wir Ron nicht schon wieder antun wollten. Also ab zurück nach Kanada, an der Grenze alle Waffen abgeben, und auf den Campingplatz. Dort gab es für uns super leckere Burger und wie ihr sehen könnt auch mal wieder WLan!

Soweit von uns, damit ihr wieder auf dem aktuellen Stand seid. Bis bald eure Kaddi und euer Tayo 

11Juni
2017

Haida Gwaii

 

Haida Gwaii also. Ein bisschen was habt ihr ja schon gehört. Wir haben also 3 Wochen auf der St. Mary's spring farm verbracht und diese Zeit sehr genossen. Wir waren immer bei den Farmer's market am Wochenende dabei (die mit 4-6 ständen wirklich ganz niedlich, aber auch sehr schön waren), haben gelernt wie man Brot und leckere cookies backt, wie man Wein herstellt und Käse macht. Wir können es kaum erwarten, unseren eigenen Wein zu machen! Natürlich hatten wir auch eine Menge Zeit, um die Insel zu erkunden und das haben wir auch getan. So sind wir zum Beispiel zur Nordküste der Insel aufgebrochen, um den Tow Hill zu besteigen und das blowhole zu bewundern. Der Tow Hill ist ein sagenumwobener Basalthügel, von dem aus man eine grandiose Aussicht über das tobende Meer hat. Das blowhole ist eine Art einbuchtung in den Felsen, in die die Wellen mit solch einer Kraft reinkrachen, dass das Wasser Meterhoch in die Höhe spritzt. Sehr beeindruckend. Auch hierum dreht sich eine Geschichte der Haida-Indianer, welche dieses naturschauspiel einem versteinerten Wal zuschreibt. Hier haben wir also eine Nacht verbracht, allerdings vor allem im auto, da es ziemlich stürmisch und kalt war. Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden, um bei der tiefsten Ebbe des Monats über den Strand zu spazieren.  

Ein nächster kurzer Campingtrip führte uns auf die Südinsel nach Sandspit, wo uns eine 20minutige Fährfahrt hinführte. Auf dieser kurzen Fahrt haben wir dann tatsächlich Wale gesehen. Und gar nicht weit weg. Wahnsinn! Erst ein paar wasserfontänen, dann die Rücken und Flossen. Als wir angekommen waren,sind wir erst mal einen schönen Trail gelaufen. Für Sandspit hatte Marylynn uns einen Campingplatz am Strand empfohlen, den wir ansteuerten. Wie sich herausstellte, führte dorthin, wie sollte es anders sein, eine Schotterpiste. Der arme Ron. Aber er hat es ganz souverän gemeistert. Und wir auch. Hier haben wir einen schönen abend am Feuer verbracht. Am nächsten Tag gings zurück und die Schotterpiste hatte plötzlich einiges zu bieten. 2 Bären sind uns mal wieder begegnet, einer ganz nah und inet weit weg. Außerdem könnten wir an einem Strand 17 adler sehen, die dort zusammen saßen. (nichts im Vergleich zu der nächsten Adlersichtung, siehe unten). Und ein Hirsch ist uns begegnet. Trotzdem waren wir froh, als wir wieder auf der farm angekommen waren.

 

Einige Tage später, als wir auf dem Weg in die Stadt waren, sahen wir einen Baum, in dem mindestens 30 adler saßen. Wir parken das Auto  Straßenrand und stiegen aus. Um uns herum waren mindestens 100 adler. In den Bäumen, über unseren Köpfen, überall. Wahrscheinlich warteten sie auf fischreste. Sehr beeindruckend! 

 

Natürlich hatten wir nicht nur tierische, sonder auch menschliche Begegnungen. So stellte uns Marylynn Mike vor. Er ist ein Künstler, der dem Stamm der Haida angehört. Ihn haben wir ein paar mal besucht und er hatte viel zu erzählen. Vor allem aber hat er Schmuck für uns gemacht. Wir konnten uns ein Motiv aussuchen und die Anhänger 2 tage später abholen. Das ist auf jeden fall schöner, als so etwas einfach im Souvenirladen zu kaufen. 

Letzten Dienstag haben wir dann schweren  Herzens, dafür aber ausgestattet mit Wein und Feuerholz, die Insel verlassen. Für den Wein musste Tayo allerdings nochmal abtauchen.

Da wir in der zeit auf Haida Gwaii all unsere bisherigen Reisepläne mal eben über dem Haufen geworfen haben, sind wir jetzt unterwegs in Richtung Norden. Was wir bis heute erlebt haben, könnt ihr im Eintrag oben drüber lesen ;) 

PS.: Wir haben uns sogar getraut,in den kalten Pazifik zu springen!

18Mai
2017

Port Alice, Port Hardy, Inside Passage und endlich Haida Gwaii

Puh, jetzt haben wir euch ja ganz schön lange hängen lassen. Hier also mal wieder ein Lebenszeichen von uns. Und natürlich haben wir in den letzten 2 Wochen einiges erlebt! Wir versuchen uns kurz zu halten!

Wir haben also unseren schönen Campingplatz verlassen und sind weiter Richtung Norden aufgebrochen. Wir hatten den grandiosen Plan gefasst zum Cape Scott zu fahren, was die Nordspitze von Vancouver Island ist. Auf unserer Straßenkarte hatten wir schon gesehen, das die Straße dorthin durchaus nicht die beste sein könnte, aber wir dachte, mal sehen wieweit wir kommen. Die Straße stellte sich als 63 km lange Schotterpiste mit Quadratmeter großen Schlaglöchern heraus. Das wollten wir Ron dann doch nicht zumuten. Tapfer fuhren wir die ersten 26km, da dort auf unserer Karte ein Campingplatz eingezeichnet war. Der war auch tatsächlich da, allerdings noch nicht für die Saison vorbereitet. Es war das reinste Chaos. Nur drei der Stellplätze waren überhaupt zu erreichen, da der Rest von riesigen umgestürzten Bäumen blockiert war. Natürlich war außer uns auch niemand da. Aber wir mussten nichts bezahlen und so beschlossen wir, eine Nacht zu bleiben. Besonders wohl haben wir uns hier jedoch nicht gefühlt. Deshalb ging es am nächsten Morgen nach einem schnellen Frühstück zurück zu 26km Schlagloch-Slalom. Wir waren froh, als wir wieder "festen Boden" unter den Rädern hatten. Wir fuhren also die letzten paar Kilometer zu unsrem Zielort Port Hardy. Dort führte der erst Weg ins visitor centre, um uns die besten Campingplätze der Umgebung empfehlen zu lassen.

Das brachte uns noch am selben Tag wieder raus aus Port Hardy und einige Kilometer ins Landesinnere in Richtung des beschaulichen Örtchens Port Alice (im nördlichen Vancouver Island sind eigentlich alle Örtchen beschaulich!) Auf der Fahrt dorthin begegneten uns 2 Schwarzbären direkt am Straßenrand. Wir  verbrachten drei Tage am Link River, auf dem schönsten Campingplatz, den wir bisher besucht haben. Auch hier waren wir allein und mussten nichts bezahlen, da er offiziell noch geschlossen war. Wir mussten uns zwischen Fluss und See entscheiden und wählten einen Platz direkt am See. Einfach wunderschön. Hier starteten wir auch unseren ersten Badeversuch. Das Wasser war allerdings verflucht kalt und wir schafften es nur bis zu den Knien. Danach kuschelten wir uns erstmal wieder unter die Decke. Nach dem Campen schauten wir uns noch kurz Port Alice an, bevor es zurück nach Port Hardy ging.

Aufgrund von anhaltendem Regen entschieden wir uns dort für eine Nacht im Hostel, um ordentlich zu duschen und am nächsten Tag auf den Campingplatz umzuziehen. Im Nachhinein wäre es andersrum besser gewesen, da am Nachmittag die Sonne raus kam und es in der Nacht nicht mehr regnete, Gegensatz zum nächsten Tag. Aber Camping im Regen können wir ja mittlerweile. In Port Hardy liefen wir noch einen Teil des Tex Lion Trails. Dieser war als herausfordernd beschrieben. Das war er auch und wir hatten eine Menge Spaß. An einigen Stellen waren Seile aufgehängt, weil man Hänge hoch und runter klettern musste und der Weg führte durch schmale Gänge zwischen Felswänden. Sehr beeindruckend. Am Samstag ging es dann ab zum Hafen und für 22 Stunden auf die Fähre durch die Inside Passage nach Prince Rupert. Die Fahrt führte an der Küste entlang vorbei an hunderten von kleinen Inseln mit atemberaubender Landschaft. Kaddi konnte sogar kurz die Schwanzflosse eines Wales sehen und bei der Einfahrt in den Hafen haben wir die Rückenflossen von einigen Orcas sehen können. Das alles entschädigte einen sehr wackligen Start der Fahrt. In den ersten Stunden hatten wir starken Seegang und es war kaum möglich, ordentlich geradeaus zu laufen. Da war Liegen die bessere Wahl. In Prince Rupert angekommen hatten wir 6 Stunden Zeit, bevor es auf die nächste Fähre zur Insel Haida Gwaii ging. Hier fuhren wir 8 Stunden über Nacht und kamen nach 2 Nächten mit wenig Schlaf morgens um 6 auf der Insel an.

Start und Ende des Trails führte über diesen Baumstamm  Fähre

Dort sind wir nun auf der St. Mary's Spring Farm, einer kleinen Hobbyfarm mit Hühnern, Gänsen, Enten und 2 verrückten Schäferhunden und natürlich riesigem Garten! Unser Host Marylyn ist super nett und wir haben uns schon gut eingelebt. Marylynn macht außerdem fantastischen Wein (der mit 18% wohl schon eher ein fantastischer Likör ist) in unterschiedlichsten Sorten, den wir jeden Abend verköstigen dürfen. Wir haben hier also mal wieder ins Schwarze getroffen. Außerdem gibt es hier eine Katze namens Susi, was Kaddi doch einen Hauch von Heimatsgefühl gibt. An Arbeit gibts für uns vor allem Gartenarbeit. Diese wird durch tausende Fliegen etwas erschwert, weshalb wir mit diesen lustigen Netzen auf dem Kopf rumlaufen. Neben der Arbeit haben wir jede Menge Zeit, die Insel zu erkunden, womit wir gestern gleich starteten. Wir hatten einen traumhaften Sonnentag, wie wir ihn bisher in Kanada noch nicht erlebt haben. Den nutzten wir, um eine insgesamt 10km lange Wanderung zum Pesuta Ship Wreck zu unternehmen. Pesuta ist ein Schiff, welches vor ca 50 Jahren auf Grund gelaufen ist und dessen Reste man bei Ebbe bewundern kann. Sehr beeindruckend und der Weg dorthin war ebenfalls wunderschön . Heute haben wir, wir können es kaum glauben, schon wieder einen wolkenlosen Tag. Vielleicht kehrt ja nun tatsächlich der Frühling ein. Die Sonnencreme, die seit 7 Wochen unberührt im Auto lag, hat uns schon etwas leid getan. Aber heute haben wir die tatsächlich benutzt. Wir sind nun schon ziemlich weit im Norden,was man vor allem daran merkt, dass es zu dieser Jahreszeit um halb 11 abends immer noch nicht richtig dunkel ist. Wir genießen unsere Zeit hier und es geht uns großartig!

Simba und Vicky Pesuta Ship Wreck Blick von der Veranda auf der Suche nach Walen

Ihr hört von uns! Grüße aus dem Norden!

04Mai
2017

Wildnis und Port McNeil

Hallo ihr alle. Wir melden uns wieder bei euch, nachdem wir zurück in der Zivilisation sind. Aber wir beginnen unsere Erzählung noch in Ucluelet. Nachdem Kaddi wieder einigermaßen gesund war, sind wir mit zwei netten jungen Frauen aus dem Hostel campen gegangen. Für uns war das die erste Nacht in Ron. Die heulenden Wölfe, von denen uns am nächsten Tag berichtet wurde, haben wir leider verschlafen. Wir hatten in den drei Tagen viel Glück mit dem Wetter, haben gemeinsam Ausflüge in die Umgebung gemacht und dabei einen wunderschönen Regenwald besuchen dürfen. Auch waren wir an Long Beach spazieren, der seinem Namen alle Ehre macht. Ein langer weißer Sandstrand und das Paradies der Surfer im Westen von Vancouver Island. Bilder folgen dazu auch noch! Abends haben wir dann wie es sich beim campen gehört Feuer gemacht und konnten den ersten richtigen Sternenhimmel betrachten. Ne ganze Menge können wir euch sagen ;)

Nach einem kurzen Besuch in Tofino, sind wir dann mit Ron weiter gezogen Richtung Norden. Wir haben uns den Strathcona Provincial Park als Ziel gesetzt, der ungefähr in der Mitte der Insel liegt. Von da waren wir dann auch in der Wildnis, wie sie so schön beschrieben wird. Ohne Empfang, ohne Internet, ohne Dusche.... Nur ein paar Plumpsklos. Und Abends wird es in der Wildnis wirklich verdammt Dunkel. Allerdings hat die Natur so weit draußen auch einiges zu bieten. Wir sind ein paar wunderschöne Trails gelaufen, die uns an Wasserfällen und klaren Seen vorbei geführt haben. Um uns warm zu halten haben wir dann Feuer gemacht und sind später in unseren gemütlichen Ron gekrochen.

Vor drei Tagen sind wir dann wieder los, weiter dem Nordende der Insel entgegen. Wir wollten auf einen Campingplatz kurz vor der nächsten größeren Stadt haben den aber irgendwie verpasst. Plötzlich standen wir im "Stadtzentrum" des beschaulichen Örtchens Port McNeil wo wir uns dann einen kleinen Campingplatz gesucht haben. Dort haben wir uns über eine heiße Dusche und die Waschmaschine gefreut. An dem Abend waren wir dann auch erstmal Burger und Bier in der Sportbar genießen.

Das nächste kleine Abenteuer hat uns dann das Frühstück beschert, als plötzlich ein Schwarzbär keine 30m vor uns an den Mülltonnen schnüffelte. Er schaute uns kurz an, wir ihn ebenfalls und dann hat Kaddi ihm gesagt, er solle doch jetzt wieder gehen. Wir waren bereit, ins Auto zu springen, was aber zum Glück nicht nötig war, da er brav war und auf Kaddi gehört hat. Vielleicht hat er aber auch nur eine Position im nahen Gebüsch bezogen... 

Gestern und Heute waren wir dann ein bisschen in der Stadt spazieren, haben etwas Werkzeug besorgt und das angenehme Frühlingswetter genossen. Sogar unser Feuer hat den anhaltenden Dauerregen (gestern abend und nacht) gut überstanden.

Soweit erstmal von uns. Wir werden die fehlenden Fotos bei nächster Gelegenheit ergänzen. Bis dann!

 

+++Nachtrag+++

In Port McNeil haben wir vorgestern außerdem noch einen Tagesausflug zur nahen Insel Cormorant Island mit dem schönen kleinen Örtchen Alert Bay gemacht. Der Ort ist eine etwas bizzare Mischung aus Fischerdorf und Reservat der First Nations. Hier hatten wir einige tolle Begegnungen mit den Einwohnern und haben auch vieles über die Kultur des Stammes der Bambus erfahren. Zum Beispiel hatten wir eine Unterhaltung mit einem jungen Künstler, der die Malerei und Schnitzkunst seiner Kultur von einem Meister erlernt. Auch waren wir auf der Insel wandern, was sich jedoch schnell als größeres Abenteuer aufgetan hat als wir gedacht haben. Der Trail war an einige Stellen quasi nicht vorhanden und wir mussten uns durch das Dickicht schlagen. Außerdem regnete es in Strömen, wodurch die Wege langsam zu Flüssen würden.... Aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen und das ganze mit Humor genommen! Es war für uns beide ein rundum gelungener Tag und wir sind glücklich wieder bei Ron angekommen.

25April
2017

Ucluelet

Hey ihr Lieben,

wir sind mittlerweile in Ucluelet, an der Westküste von Vancouver Island, angekommen. Ron hat uns super über die Insel gebracht und auch bei Starkregen im Gebirge nicht den Geist aufgegeben. Regen hatten wir die letzten Tage fast ohne Pause, weshalb wir uns auch erstmal im Hostel einquartiert haben und nicht wir geplant auf den Campingplatz sind. Und dieses Hostel ist super! Sehr klein, eher familiär, wohnen wir hier mit etwa 10-15 Leuten, einem gemütlichen Wohnzimmer mit Kamin und dem Geräusch von Seelöwen beim Einschlafen. Kaddi lag die meiste Zeit krank im Bett und hat sich von einer Erkältung erholt, aber auch mir (Tayo) hat die Pause sehr gut getan. Einfach mal nichts vor haben, sondern nur lesen, Musik hören und viiieeel schlafen :D

Der Ort Ucluelet ist ein Surferparadies, wie es im Buche steht. Die Hälfte der Gebäude sind Motels und die andere Hälfte Surfshops. Gestern sind wir zur Big Beach gelaufen (Kaddi hatte sich einigermaßen erholt und wollte auch mal wieder raus). Der Pazifik hat eine unglaubliche Kraft an den Tag gelegt und sich in seiner vollen Pracht gezeigt. Wellen, die an den Riffen zerschellen und meterhoch in die Luft spritzen waren ein tolles Spektakel. Auch haben wir ein Schiffswrack gesehen, das wohl schon seit über 100 Jahren dort liegt und keiner weiß, wie das Schiff hieß. Unsere Tierbegegnung an dem Tag war eine kleine Schlange (wir glauben eine Natter), die sich direkt vor uns von den Steinen gelöst hat und zurück in ihr Loch geschlängelt ist. 

21April
2017

Victoria, Vancouver Island

Hallo, hallo, da sind wir wieder :)

Diesmal wieder aus der Stadt, naemlich aus dem schoenen Victoria (was uebrigens die Hauptstadt von British Columbia ist). Aber zu aller erst wollen wir euch unser neues Familienmitglied vorstellen. Er ist schon etwas in die Jahre gekommen und ein bisschen eingerostet, aber noch sehr aktiv.

Gestatten: Old Ron.

Ron wird nicht nur unser fahrbarer Untersatz, sondern hin und wieder (vor allem wenn der Sommer kommt) auch unser kleines persoenliches Hotel.

Aber jetzt mal von vorne. Beim "einfach nur mal gucken, was es so gibt" sind wir auf Craigslist (quasi das kanadische ebay) ganz zufaellig auf Old Ron gestossen. Wir hatten das grosse Glueck, dass Krishna (Freund unserer Hosts) sich mit Autos auskennt. Wir haben also all unseren Mut zusammen genommen und gefragt, ob er uns mit der Faehre nach Victoria begleiten wuerde. und, weil die Kanadier einfach super sind, hat er ja gesagt. Nach einem telefongespraech mit Rons Vorbesitzer und einem kurzen Check und Probefahrt, haben wir den alten dann fuer ein Schnaeppchen uebernommen (umgerechnet ca. 600 Euro). Jetzt sind wir also stolze Besitzer eines Campingvans.

Camping hiess dann aber vor allem auch erst mal shoppen. Gaskocher, Toepfe, Futter, Decken, Kissen und, und, und. Dabei haben wir auf jeden fall schonmal unseren Lieblingsladen gefunden. "Thrift store" ist eine wohltaetige Second Hand Kette, bei der man so ziemlich alles bekommt. Ein Voller Einkaufswagen (wirklich voll: 6 Kissen, riesen Bettdecke, Bettbezug, Fleecedecke, ein Pulli, ein Paar Gummistiefel, ein Buch und ein Portemonnaie fuer ca. 25 Euro). Den rest gabs dann ohne Rabatt im Outdoorladen und Supermarkt. Jetzt sind wir also bereit, fiuer den naechsten teil des Abenteuers. Morgen beginnt unser erster Roadtripp und es geht Richtung Tofino. Wir sind gespannt, was uns erwartet.

Aber Victoria hat noch einiges mehr zu bieten, auch wenn wir hier leider kaum Zeit haben (wollen ja schliesslich ab in die Natur). Gestern gab es heir einen tag der besonderen Art. Wie man es sich in Deutschland wohl kaum vorstellen koennte. Gestern war naemlich Welt-Marihuana-Tag, der hier ausgiebig gefeiert wird. Am 20.04 um 20 nach 4 versinkt Victoria in einer gruenen Wolke. Dazu kam traumhaftes Wetter, was eine Menge ausgeflippte Leute auf einen kleinen Markplatz gelockt hat. Es wurde in jeglicher Form, Farbe und Alter geraucht und praesentiert. Dazu muss man sagen, dass auch hier Marihuana (streng genommen) nicht ganz legal ist. Scheint aber wohl niemanden so recht zu interessieren. Wir haben uns ein bisschen gefuehlt, wie in einem dieser Kultfilme. Menschen stehenn Verkleidet auf einer Buehne, halten eine qualmende Bong oder einen Armdicken Joint in der Hand und versuchen dabei eine rede zu halten. Dabei werden sie von der kiffenden Masse bejubelt. Sehr lustig zu beobachten.

Auch heute hatten wir nochmal tolles Wetter und haben nach der Shoppingtour einen Bummel und eine Pizza in der Sonne genossen.Auch in Kanada kommt der Fruehling also langsam aus den Loechern gekrochen. Und wie ihr sehen koennt, hat Tayo einen neuen Freund gefunden, fuer den es in unserem Zweisitzer aber leider keinen Platz mehr gibt.

Natuerlich haben wir zwischen unserem letzten Eintrag und Victoria auch noch ein paar schoene tage auf Galiano verbracht.

Wir haben beide eine kurze Klangschalen-Session bekommen, haben Hexen auf Besen fliegen sehen, einen Teil von einem Schuppen ausgeraeumt und gesaeubert, bei der Gartenarbeit wilde Tiere gebaendigt (wir haben ihn Paul genannt) und ein bisschen Bloedsinn gemacht, bevor wir am Mittwoch in aller Fruehe nach Victora aufgebrochen sind.

Wie ihr sehen koennt, geht es uns immer noch fantastisch und das Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Bis zum naechsten Mal. Cheers.

 

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